Google+ 33rpmPVC: August 2017

25.08.2017

Tipp: Achtung Spitfire Schnell Schnell - ".​.​. Hits That Will Make You Dance, Scream And Holler!"



Bandnamen aus dem Kuriositätenkabinett gibt es ja reichlich. Derjenige der Band Achtung Spitfire Schnell Schnell ist so einer. Man überlegt zunächst mal zwanghaft, was das bedeuten soll, gibt dann aber irgendwann auf und widmet sich schnell dem wichtigen Part der Sache: der Musik! Was aber dann doch tatsächlich als erstes positiv auf sich aufmerksam macht, ist das Cover der LP mit dem schönen Titel ".​.​. Hits That Will Make You Dance, Scream And Holler!". Dies suggeriert bereits den musikalischen Inhalt: Schnörkelloser 60s-Garage-Beat-Soul-Punk, der sich aber wohltuend von den bekannten Größen wie DLDGG oder Family 5 unterscheidet. Ganz einfach weil hier meiner Meinung nach die Gewichtung tatsächlich eher auf Garagepunk liegt und somit jede der Bands ihr Alleinstellungsmerkmal behält. Soul wird hier eher wohldosiert eingesetzt. Achtung Spitfire Schnell Schnell erinnern mich da eher an die 60s-Garage Beiträge der German Measles-Sampler. Wenn ich das richtig sehe, ist die LP 2015 erschienen und zwar in einer Auflage von 300 Stück in rotem Vinyl. Ob die noch zu haben ist, werde ich gleich mal testen...





17.08.2017

French Boutik: »Pop Moderniste«

Das erste mal auf French Boutik aufmerksam geworden bin ich nach dem Lesen des Artikels einer Ausgabe des Heavy Soul-Fanzine (09/2016). Letztens habe ich mir erst die Doppel-7" "Ici Paris" - erschienen auf CopaseDisques - zugelegt. Und zur Zeit läuft die Band aus Paris bei mir auf allen Kanälen in der Heavy Rotation. Nach den ersten drei Doppel-7"-EPs, die zwischen 2012 und 2014 erschienen sind und einer CD-Compilation aus 2016 (Detour), ist im letzten Jahr auch das erste reguläre Studioalbum "Front Pop" veröffentlicht worden. French Boutik spielen einen mod-affinen Pop mit allerlei musikalischen Anknüpfungspunkten, die bei Bands wie den Kinks, The Action oder den Small Faces anfangen und Punk, Powerpop, Modrevival à la XTC, The Jam, Style Council oder Makin' Time einfließen lassen. Immer wieder werden auch ihre französischen Einflüsse wie Jacques Dutronc oder Françoise Hardy eingebaut. Ebenso stecken überall Anleihen aus Soul und R&B, feine eingängige Sixties-Pop-Melodien, treffend abgestimmter Harmoniegesang mit französischen und englischen Texten und Brian Auger-artige Hammond-Sounds. Dazu die optischen und modischen Bezüge an die so bedeutungsvolle 1960er Dekade. Das Mod bei French Boutik nicht einfach nur ein Label, sondern Referenz ist, scheint von Beginn an klar...

Die Angaben zu Gründung der Band, sind im Netz leider sehr unterschiedlich dargestellt. An mancher Stelle lese ich 2009, manchmal auch 2010 oder 2011. Ich verzichte mal hier darauf, mich irgendwie festzulegen. Beim aktuellen Line-Up, bestehend aus Zelda (drums), Serge (guitar&vocals), Gabriela (vocals) & Jean-Marc (bass), taucht auch immer wieder Olivier Popincourt (organ) auf, der aber auch seine Solokarriere verfolgt und daher nur Teilzeitmitglied ist. Festlegen möchte ich mich allerdings darauf, dass French Boutik es irgendwie schaffen, einen auf den ersten Blick doch sehr Retro erscheinenden Charme frisch, modern und unverbraucht wirken zu lassen. Die Songs haben nahezu durchgängig Ohrwurmcharakter und auch die zahlreichen veröffentlichten Videoclips kann man sich immer und immer wieder ansehen. Un peu de très particulier - "Pop Moderniste" eben...