Google+ 33rpmPVC: Oktober 2016

23.10.2016

Endlich mal gelesen: Retromania von S. Reynolds, Ventil Verlag
























[m] Ja, jaa... Ich weiß... Das Buch ist alles, nur nicht neu. Aber endlich habe auch ich es geschafft, es mal zu lesen. Ich muß zugeben, dass ich mit Simon Reynolds Standardwerk "Rip It Up And Start Again - Schmeiß alles hin und fang neu an (Postpunk 1978-1984)" deutlich schneller in die Schuhe kam und auch irgendwie intensiver gelesen habe. Nicht dass es langweiliger gewesen wäre - das war es keinesfalls. Aber es hatte so seine Strecken. Die Thematik an sich ist interessant. Warum kann der Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen? Eine Frage, die ich für mich eigentlich schon lange als beantwortet angesehen habe und eigentlich keines Buches bedurft hätte. Dachte ich zumindest. Aber es gab reichlich neue Sichtweisen auf Dinge, mit denen ich mich in Sachen Musik auch oft beschäftige. Vieles dessen, was Reynolds geschrieben hat, konnte ich bei mir wiederfinden. Aber bei nicht wenigen Ansichten und Erklärungen, die mir manchmal auch eine Spur zu Oberlehrerhaft daher kamen, regte sich in mir Widerstand...

Neues Album von The Sigourney Weavers „Noir“ // VÖ 28.10.2016, Rookie Rec.



[dh] Dritter Streich der 5 Musiker aus der mittelschwedischen Kleinstadt Ludvika. Nach ihrem Debüt 2010 „Send In The Clowns“, dem 2014er Album „Blockbuster“ und diversen EP`s, nun ihr dritter Longplayer „Noir“. Guter gitarrenlastiger Indie-Rock, zwischen Powerpop und traditionellen Punk. Als Anspieltip ihre neue Single „Light Up Dark“ und wer Lust hat, kann sie auch live in Deutschland erleben (siehe unten)...

Video: Plastic Light Factory - Colour Of The Morning



[dh] Ich habe die Band aus Brescia hier ja schon mal vorgestellt, aber die Scheibe gefällt mir halt so gut, dass sie es verdient haben, noch einmal vorgestellt zu werden. Toller Indie/Gitarrenrock. Hier nun ein zweites Video aus ihrer EP „Hype“...



Neue Kanadische Band: „Like A Motorcycle - High Hopes" // VÖ 02.09.2016, Rookie Records



[dh] Bereits vor einigen Wochen veröffentlichten die vier Girls von Like A Motorcycle ihr Debütalbum „High Hopes“. Hier nun die zweite Auskopplung „Nobody Knows“. Lupenreiner Punkrock mit Hardcore-Anteilen, sehr hörenswert...


Like a Motorcycle sind:
Michelle Skelding Drums, Lead Vocals
Jillian Comeau Guitar, Vocals
Kim Carson Bass, Vocals
kt lamond Guitar, Vocals

09.10.2016

Diesmal aber so richtig: Comeback der Pixies - Head Carrier




















[dh] Wie soll man hier anfangen? Nach den drei EP´s und dem glattgespülten Sound von „Indie Cindy“ hatte ich die Heroen aus früheren Tagen schon abgeschrieben. Doch ein erneuter Besetzungswechsel am Bass, hin zu Paz Lenchantin (ehem. A Perfect Circle, Entrance), scheint die entscheidende Wende gebracht zu haben und heraus kam „Head Carrier“. Gleich im Opener „Head Carrier“ gibt es wieder den typischen Gitarrensound der Pixies, weswegen sie zu Recht als Einfluss für viele nachfolgende Bands aus dem Indie-, Alternative- oder Grunge-Bereich gelten...

Ihren Einfluss macht Paz Lenchantin auch gesanglich deutlich, als Co-Part zu Black Francis in „Classic Masher“ oder „Might As Well Be Gone“. Zwei Songs, nicht so krachig wie das Titelstück, aber man kann hier sicher Vergleiche zur Urbassistin Kim Deal ziehen. Die Midtempo-Nummer „Talent“ schließt den Kreis.  Im Stück „All I think About Now“ übernimmt Paz sogar komplett den Gesangspart. Die Gitarrenläufe erinnern zwar an Überflieger damaliger Zeiten, wie beispielsweise „Where Is My Mind“. Man schwelgt schnell in alten Erinnerungen.
Fazit: Die Pixies sind wieder zurück, ein gelungenes Album...

Live zu sehen am 24.11.2016 im Palladium/Köln

White Lies: Vierter Streich der britischen Band: „Friends“



[dh] Ihr nunmehrviertes Album präsentieren die drei Briten um Sänger Harry McVeigh. Insgesamt lektronischer, aber trotzdem tolle Wave-Postpunk-Pop-Melodien wie in der Single Auskopplung „Taking It Out On me“. Aber auch frühe Fans werden mit gitarrenlastigen Stücken verwöhnt, z. Bsp. bei "Come On „ oder „Summer Didn´t Change A Thing“. Deutlich mehr Keyboards und tolle Soundwände gibt es in „“ Don´t Want To Feel It All“ oder „ Hold Back Your Love“. Tolles Album und wer auf den Geschmack gekommen ist kann White Lies auch im Oktober Live in Deutschland begutachten...

21.10.2016 Frankfurt, Gibson
22.10.2016 Osnabrück, Rosenhof
23.10.2016 Köln, Die Kantine
30.10.2016 Hamburg, Uebel & Gefährlich
31.10.2016 Berlin, Huxleys Neue Welt
09.11.2016 München, Theaterfabrik 

08.10.2016

Neues aus Finnland : KLAMYDIA mit neuem Album




















[dh] Nach gut drei Jahren endlich neues Material der finnischen Punkrock-Legende aus Vaasa: „Antisupersankarit“ heißt das gute Teil. Und wieder schaffen es die Vier um Sänger Vesku Jokinen mich restlos zu begeistern. Mal eher rockig wie im Opener „Koomikon Kyyneleet“ oder bei „Työtön Elvis“, dann wieder wummernde Bässe bei „Älä Peitä mun Aurinkoo“. Singalongpunk den man nicht so schnell mehr aus seinen Gehörgängen bekommt : „Mitä Vielä!“ oder „Siiloin se Soi“, Punkrock wo es mal kracht, mit rauher Stimme im Song „ Takinkääntäjät“, oder auch mal ruhiger bei „ Hämärästä Pimeyteen“. Mein absoluter Favorit ist das Stück „Känni-Ääliön Paluu“ mit Folkanleihen und ebenfalls ein Ohrwurm. Man merkt sicher das mich das Album restlos begeistert und jeder der Klamydia früher schon gehört hat, kommt an dieser Platte nicht vorbei. Wie heißt es so schön: Je oller, desto doller...

Remember, remember, it´s October not September...



[m] Einfach nur weil ich mich gerade mal wieder per Youtube durch einige Peel Sessions hangel. Und wer passt schon besser zum Herbst als The Cure?


Neue EP: George Cosby - "A Savage Kiss"



[m] Mal wieder etwas außerhalb eingetretener Pfade präsentiert George Cosby mit seiner neuen EP "A Savage Kiss" und klingt für mich ein wenig wie die maskuline Variante von Lana Del Rey. Die Platte erscheint am 14.10. über Yucatan Records und enthält drei sehr starke Songs. Die prägnante Stimme hinterlässt auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck...

06.10.2016

Live und in Farbe: Die Liga Der Gewöhnlichen Gentlemen - Gleis 22, Münster am 01.10.2016


 


[m] Erwartbar war es schon. Immerhin trat im Gleis 22 mit der Liga Der Gewöhnlichen Gentlemen eine Band auf, die in meiner musikalischen Wahrnehmung mittlerweile eine feste Größe geworden ist und die ich zu einer der momentan besten deutschen Bands zähle. Nur habe ich die Hamburger bisher noch nie live erleben dürfen. Dieser Missstand ließ sich am vergangenen Samstag glücklicherweise negieren. Karten hatten wir bereits einige Zeit vorab geordert, wäre allerdings nicht nötig gewesen. Merkwürdigerweise war das Konzert nur annähernd ausverkauft, was bei mir und meinem Begleiter doch schon für ein gewisses Erstaunen sorgte. Ein lauer Sommerabend war definitiv nicht schuld, denn Sommer geht gerade aus...

03.10.2016

Falscher Ort Falsche Zeit Vol. 2 // VÖ: 18. November 2016, Tapete



[m] Jetzt habe ich gerade zufällig gesehenen (Verdammt, ich muss mir unbedingt den Newsletter von Tapete Records bestellen...), dass im November Teil 2 der phantastischen Compilation "Falscher Ort Falsche Zeit – Power Pop & Mod Sounds from Germany, Austria & Switzerland" erscheint. Genauer gesagt am 18. November 2016. Leider habe ich Teil 1 bisher nur als CD ergattern können. Abhilfe steht aber mit der Neuerscheinung bereit, denn diese hat neben der CD und der auf 550 Stück limitierten LP noch eine auf 300 Stück limitierte, weiße Doppel-LP – bestehend aus Vol 1 und Vol 2 von "Falscher Ort, Falscher Zeit" – im schick designten Gatefold-Cover im Angebot. Da sollte man nicht lange zögern. 17 Powerpop- und Modsound-Perlen aus den Jahren 1980-1993. Teilweise das erste Mal überhaupt auf Tonträger erhältliche Veröffentlichungen bahnbrechender Label wie Smarten Up, Twang, Fast Weltweit, Sneaky Pete oder Viel Leicht. Wer da nicht unruhig wird...

01.10.2016

Live: Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen, Gleis 22, Münster // 01.10.2016



[m] Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen + Support in Münsters Gleis 22? Klarer Fall von hinmüssen. Endlich ergibt sich für mich mal die Gelegenheit, eine der besten deutschen Bands live zu erleben. Und obwohl ab und an mal in Münster anwesend, wird auch das Gleis 22 für mich Premiere sein. Läuft also...
Aus „Superpunk“ wurde „Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen". Geblieben ist das Talent der Musiker für witzige Texte und einprägsamen Mod-Soul. Die Liga bringt Mörder-Grooves, Barock-Pop und fordert eine Rehabilitierung für James Deans Beifahrer. Sie haben den Rhythmus, wo man mit sollte! „Keep the faith“ liebe Northern Soul/Punk Freunde.


Illegale Farben - Wellenland (official Video)




[m] Tolles Video und kraftvoller Song! Mir gefällt´s...


Neues Album: Gravitysays_i - Quantum Unknown (Inner Ear, 16.09.2016)

















[m] Gute fünf Jahre nach Erscheinen des letzten Albums “The Figures Of Enormous Grey And The Patterns Of Fraud” warten die psychedelischen Progger Gravitysays_i wieder mit neuem und verdammt starken Material auf. "Quantum Unknown" ist bereits Mitte September erschienen und ist selbstverständlich auch als Vinyl erhältlich. Und wer Progrock bisher eher langweilig fand, sollte sich dieses Sixpak (Warum sind auf dem Bild eigentlich nur fünf Musiker?) aus Griechenland mal unvoreingenommen anhören. Ganz starke Band, wie man es vom Label Inner Ear eigentlich auch gewohnt ist...


Bekannte Unbekannte: Graduate - Elvis Should Play Ska






















[m] Graduate waren mir bis vor wenigen Tagen relativ unbekannt. Ein Freund hat mir kürzlich eine LP der Modrevivalisten angeboten. Bei einer intensiven Überprüfung der Gestalten auf dem Cover wurde mir recht schnell klar, das da als Sänger ein gewisser Roland Orzabal im Vordergrund steht. Nach Durchsicht der restlichen Bandmember fiel auch noch der Name Curt Smith auf. Beide sollten nur ein Jahr später als Tears For Fears auf den Plan treten und eine doch recht steile Karriere als New Wave- und Popband vor sich haben. Anders als der Song im Video unten vermuten lässt, waren Graduate keine richtige Ska-Band sondern eine Modrevival/New Wave-Band. Der Elvis um den es in dem Song geht, ist übrigens nicht "Der King", sondern Elvis Costello. Zitat aus dem Netz: "This single was in response to Elvis Costello complaining about how everybody seemed to be hopping on the ska bandwagon and nobody cared much for his sound at that time." Einziges echtes Album der Band blieb "Acting My Age", welches durchaus ein gelungenes Werk ist. Was aus den restlichen drei Bandmitgliedern wurde, scheint nicht weiter überliefert worden zu sein. Der Weg von Orzabal und Smith ist Pophistorie...