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12.11.2017

Slime sind wieder da! Im "Hier und Jetzt"...




[dh] „Hier und Jetzt" heißt das neue Werk der Hamburger Punkrock-Legende. 5 Jahre nach „Sich fügen heißt Lügen“ melden sie sich wieder zurück. Nach eigener Aussage, weil „ … die Band wieder Bock darauf hatte und die Leute sich freuen das wir wieder da sind“. Musikalisch kommt das Album vielleicht nicht ganz an „Viva la Muerte (1992)“ und meinem absolutem Lieblingsalbum „Schweineherbst" (1993) (EINSPRUCH! vom Kollegen... ;) ) heran. Dennoch probiert sich die Band aber erfolgreich an verschiedenen Musikstilen -  ein wenig PowerPop wie im fast schon balladesquen „Hier und Jetzt“ oder in „ Ernie und Bert in Guantanamo“ , HipHop-Anleihen mit Hilfe von Swiss und Pablo Charlemoine von Irie Révoltés in in „Patrioten“, aber auch melodischen, straighten Punkrock gibt es weiterhin in „Unsere Lieder“ oder mit leichten Oi-Anleihen in der Mitsing-Hymne „ Let`s get United“. Noch etwas härter im Slime-Stil von Anfang der 90er Jahre kommen „ Brandstifter„ oder „Die Geschichte des Andreas T.“ daher...

Textlich geht es um die großen Veränderungen dieser Zeit, Rechtsruck der Gesellschaft, Neoliberalismus oder auch die Gentrifizierung (Ich kann die Elbe nicht mehr sehen) oder die immer größere Überwachung unserer Gesellschaft. Ne Menge bekannte Gäste waren außerdem an diesem Album beteiligt: Betoncombo´s früherer Gitarrist , Frank Nowatzki, Rodrigo Gonzales von den Ärzten, außerdem sind die Bläser der Gruppe Seeed und der Kinderchor Kids On Stage zu hören. Gemischt hat das Album Oliver Zülch (Die Ärzte, Sportfreunde Stiller, Die Toten Hosen u.a.). Textlich half bei einigen Songs auch noch Max Richard Leßmann von Vierkanttretlager mit...

Alles in allem ein sehr gelungenes Album mit viel Aussagekraft. Musikalisch geht man auch in andere Richtungen (HipHop , Folk oder Ska Anleihen) und verbreitert damit auch seinen eigenen musikalischen Horizont. Als Anspieltip „Let`s get United“. Hier sind Enrico von Los Fastidios und Paul von den Wakes für die weiteren Textzeilen in ihrer jeweiligen Landessprache verantwortlich...

21.10.2017

DLDGG zu Gast in Münster... 14.10.2017 / Gleis 22












Man kann Samstagabende auch deutlich schlechter verbringen... Am 14.10. stand das von mir lange herbeigesehnte Konzert der Liga der Gewöhnlichen Gentlemen im Gleis 22 in Münster an. Wie erhofft, wurde es ein genialer musikalischer Spätsommerabend, mit einer wie gewohnt überaus spielfreudigen Band und der schon zum Standardrepertoire gehörenden ausgiebigen Interaktion mit dem Publikum. Musikalisch auch live eine Macht, präsentierte sich die Band mit einer Mischung aus Songs aller vier Alben. Gerade auch die Songs der neuen Scheibe sind auf dem besten Weg, sich in die lange Liste der Klassiker einzureihen...


Dazu gab es im Laufe des Abends immer wieder die Möglichkeit, sehr nette Gespräche mit vielen interessanten Menschen und einem dort ziemlich unerwartet angetroffenen "alten Bekannten" zu führen. Zunächst aber mal einen besonderen Gruß an Andreas nebst seiner Gattin für`s tolle "Inempfangnehmen" in Münster. Zudem hatte ich die Gelegenheit einmal Sänger Carsten Friedrichs und Bassist Tim Jürgens von der Liga persönlich kennen zu lernen, was mich außerordentlich gefreut hat. Des Weiteren traf ich wie verabredet Frank Hämmerling, als nunmehr "ausgezeichneten" Reisebegleiter und Edelfan der Band und mit Hammerprogramm als Besucher aller drei NRW-Konzerte am Stück, (eigentlich) auf ein Bier. Allerdings musste ich dazu als verantwortungsbewusster Fahrer des Anreisefahrzeugs auf eine Cola ausweichen. Very special - zu guter Letzt und völlig unerwartet mit der Punklegende Jock McDonald von den Bollock Brothers, der auch unter den Gästen war... Was mir persönlich eine besondere Ehre war und meinem Konzertbegleiter und Freund Jürgen mindestens genauso ging. Der Kurztrip nach MS hat sich also gelohnt. Und nicht nur weil es die einzige Stadt in Deutschland ist, in der die AfD keine Chance hat...



17.09.2017

Firmenjubiläum: The Razorblades - 15 Years In A Van
















The Great Rock'n'Vinyl-Swindle! Mal was ganz anderes, was sich die Band The Razorblades da mit ihrem Jubiläums-Album ausgedacht haben. Die CD kommt im Tarnanzug einer 7"-Vinylscheibe daher und wirkt damit auf den ersten Blick wie eine Single. Drinnen jedoch eine CD, die ein tolles Coveralbum zum 15-jährigen Bandjubiläum beinhaltet. Und diese Songs treffen bei mir auf ganz weit offene Ohren, denn hier werden mit Slade, The Cure, Joy Division und den Pixies gleich vier Heldentruppen meiner Jugend "gerazorbladed". Zudem noch die Shangri-Las und - man höre und staune - der gute, alte Ludwig Van...

Im typischen Dick Dale-Surfgitarren-Stil und Einflüssen von Rockabilly, Ska, Punk werden die Songs in ein neues Gewand gesteckt. Die Scheibe macht absolut Spaß und ist einem Jubiläums-Album absolut würdig. Und bereits bei "Cum On Feel The Noize" macht sich das Kopfkino breit und man stellt sich vor, wie Slade unter dem Einfluß kalifornischer Sonne vermutlich geklungen hätten. Stark auch, wie man die doch eher düsteren Sounds von The Cure und erst recht Joy Division zu beschwingten Fußwippern umgearbeitet hat. "Love Will Tear Us Apart" wirkt sogar ein bisschen "jazzig". "Here Comes Your Man" fällt da schon fast aus dem Rahmen, weil der Song ja zum typischen Razorblades-Sound passt, wie die berühmte Faust auf's Auge...

Raus kommt das Ganze am 01.10.2017 und ist wie oben beschrieben als CD und auch als Download erhältlich. Eine klare Kaufempfehlung...


14.09.2017

¡Más Shake! - Break it All (Rodrec)



Beim Hören dieser sensationell guten E.P. der Berliner Band um Rod Gonzales wähnt man sich in Raum und Zeit versetzt. Feinster 60s-Beat, der gut und gerne von der britischen Insel kommen könnte, aber tatsächlich in der Tradition südamerikanischer Beatbands steht, die in Folge der Beatlemania in den 60ern entstanden sind. Ein Phänomen, welches in unseren Breitengraden leider nahezu unbeachtet blieb. Und das völlig zu Unrecht, wie sich auch anhand der aktiven Traditionspflege von ¡Más Shake! zeigt. Ein weiteres Stück, welches dies noch eindrucksvoller belegt, gibt es >hier<. Der Titelsong der E.P. ist daher auch nicht ganz umsonst ein Coverstück der uruguayanischen Formation Los Shakers, die auch in den USA einige kleine Erfolg hatten...

25.08.2017

Tipp: Achtung Spitfire Schnell Schnell - ".​.​. Hits That Will Make You Dance, Scream And Holler!"



Bandnamen aus dem Kuriositätenkabinett gibt es ja reichlich. Derjenige der Band Achtung Spitfire Schnell Schnell ist so einer. Man überlegt zunächst mal zwanghaft, was das bedeuten soll, gibt dann aber irgendwann auf und widmet sich schnell dem wichtigen Part der Sache: der Musik! Was aber dann doch tatsächlich als erstes positiv auf sich aufmerksam macht, ist das Cover der LP mit dem schönen Titel ".​.​. Hits That Will Make You Dance, Scream And Holler!". Dies suggeriert bereits den musikalischen Inhalt: Schnörkelloser 60s-Garage-Beat-Soul-Punk, der sich aber wohltuend von den bekannten Größen wie DLDGG oder Family 5 unterscheidet. Ganz einfach weil hier meiner Meinung nach die Gewichtung tatsächlich eher auf Garagepunk liegt und somit jede der Bands ihr Alleinstellungsmerkmal behält. Soul wird hier eher wohldosiert eingesetzt. Achtung Spitfire Schnell Schnell erinnern mich da eher an die 60s-Garage Beiträge der German Measles-Sampler. Wenn ich das richtig sehe, ist die LP 2015 erschienen und zwar in einer Auflage von 300 Stück in rotem Vinyl. Ob die noch zu haben ist, werde ich gleich mal testen...





17.08.2017

French Boutik: »Pop Moderniste«

Das erste mal auf French Boutik aufmerksam geworden bin ich nach dem Lesen des Artikels einer Ausgabe des Heavy Soul-Fanzine (09/2016). Letztens habe ich mir erst die Doppel-7" "Ici Paris" - erschienen auf CopaseDisques - zugelegt. Und zur Zeit läuft die Band aus Paris bei mir auf allen Kanälen in der Heavy Rotation. Nach den ersten drei Doppel-7"-EPs, die zwischen 2012 und 2014 erschienen sind und einer CD-Compilation aus 2016 (Detour), ist im letzten Jahr auch das erste reguläre Studioalbum "Front Pop" veröffentlicht worden. French Boutik spielen einen mod-affinen Pop mit allerlei musikalischen Anknüpfungspunkten, die bei Bands wie den Kinks, The Action oder den Small Faces anfangen und Punk, Powerpop, Modrevival à la XTC, The Jam, Style Council oder Makin' Time einfließen lassen. Immer wieder werden auch ihre französischen Einflüsse wie Jacques Dutronc oder Françoise Hardy eingebaut. Ebenso stecken überall Anleihen aus Soul und R&B, feine eingängige Sixties-Pop-Melodien, treffend abgestimmter Harmoniegesang mit französischen und englischen Texten und Brian Auger-artige Hammond-Sounds. Dazu die optischen und modischen Bezüge an die so bedeutungsvolle 1960er Dekade. Das Mod bei French Boutik nicht einfach nur ein Label, sondern Referenz ist, scheint von Beginn an klar...

Die Angaben zu Gründung der Band, sind im Netz leider sehr unterschiedlich dargestellt. An mancher Stelle lese ich 2009, manchmal auch 2010 oder 2011. Ich verzichte mal hier darauf, mich irgendwie festzulegen. Beim aktuellen Line-Up, bestehend aus Zelda (drums), Serge (guitar&vocals), Gabriela (vocals) & Jean-Marc (bass), taucht auch immer wieder Olivier Popincourt (organ) auf, der aber auch seine Solokarriere verfolgt und daher nur Teilzeitmitglied ist. Festlegen möchte ich mich allerdings darauf, dass French Boutik es irgendwie schaffen, einen auf den ersten Blick doch sehr Retro erscheinenden Charme frisch, modern und unverbraucht wirken zu lassen. Die Songs haben nahezu durchgängig Ohrwurmcharakter und auch die zahlreichen veröffentlichten Videoclips kann man sich immer und immer wieder ansehen. Un peu de très particulier - "Pop Moderniste" eben...

24.07.2017

Für Perlentaucher: Jetzt! - Liebe In Großen Städten 1984-1988

Selbst wenn ich noch nichts von der Platte gehört hätte, würde ich sie mir schon aufgrund des großartigen Covers kaufen. Das allein macht allerdings nur einen Teil des Anreizes aus, sich "Liebe In GROSSEN Städten 1984-1988" der Formation Jetzt! in den heimischen Plattenschrank zu stellen, respektive natürlich auf den Plattenteller zu legen und zu spielen...

Insgesamt gesehen ist es schon verwunderlich, dass man soviel Spitzenmaterial einer Band zusammentragen kann, die es eigentlich zu Lebzeiten auf nicht allzu viel Output und noch weniger Aufmerksamkeit gebracht hat und eigentlich bereits in absolute Vergessenheit geraten war. Geändert haben das vermutlich die zwei hervorragenden Sampler "Falscher Ort, Falsche Zeit", die zuletzt auf Tapete Records veröffentlicht wurden und einige Perlen der Vergangenheit wieder zutage gefördert haben. Darunter eben auch

Hard, Heavy, Hässlich? Tyler Leads - Stay Ugly

Darf's auch mal etwas Heavy Rock sein? Nicht gerade das übliche Metier, welches ich hier beschreibe, aber die am 28.7. erscheinende EP hat es einfach verdient. Und da Recklinghausen ja praktisch bei mir um die Ecke liegt, tut ein wenig Lokalpatriotismus ja auch nicht weh. Das sehr ansprechende Cover tat sein übriges, da mal reinzuhören. Große Erwartungen hatte ich dabei nicht, dazu habe ich schon zu oft Promos von immer wieder gleich klingenden Band des Genres im Postkasten gehabt und anschließend gelangweilt weggelegt. Bei Tyler Leads war das grundlegend anders. Die Scheibe fesselt von Beginn an. Und geht durchgängig verdammt ab. Ein bisschen erinnern mich einige Songs ein wenig an - man glaubt es kaum und manch ein Fachmetaller mag schmunzeln - Iron Maiden, Judas Priest, Dio oder stellenweise auch an The Cult. Ich bin ja nun auch kein ausgewiesener Metal-Experte und was den Bereich angeht auch irgendwie in

22.07.2017

3 x neu: Fuzzy Vox, Karoshi und The Moorings

Nachdem ich die französische Garageband Fuzzy Vox hier ja bereits kurz vorstellen durfte, hatte ich jetzt die Gelegenheit mir das ganze am 14.07. erschienene Album mit dem Titel "No Landing Plan" (Kidnap Music) anzuhören. Und der Titel des Werks veranschaulicht in etwa, was einen erwartet. Da gibt es keinen Autopilot - der Flugzeugführer scheint nicht mehr Herr seiner Sinne zu sein und dreht einen Looping nach dem anderen. Und auch wenn der Flieger tief in den 60ern gebaut wurde, wird er mit Kerosin der Marke Punkrock und Rythm & Blues der ursprünglichen und rohen Sorte angetrieben. Mehr Garage, respektive Hangar geht nicht. Auch wenn man beim Flug durch die Titel nicht das sichere Gefühl bekommt, wieder ebenda zu landen. Die Band weiß definitiv, wie man ein Brett nach dem anderen raushaut und lässt auch durch eingestreute Tempowechsel an keiner Stelle Langeweile aufkommen. Die Platte ist eine absolute Empfehlung und Fuzzy Vox sind im August und Dezember auch in Deutschland unterwegs...